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Der Autodidakt Otto Mueller
Otto Mueller - Mythos zu Lebzeiten Wer war dieser Mensch Otto Mueller, der seine Brief ohne Punkt und Komma in durchgängig kleiner Schrift verfasste, eine Vielzahl seiner Bilder auf der Rückseite als so genannte Versobilder bemalte und sich in seiner Arbeit besonders von einer in Südosteuropa lebenden, gesellschaftlich ausgegrenzten Minderheit, den Zigeunern, inspirieren ließ?
Die Biografie seines bewegten Lebens gibt darüber Aufschluss und hilft die Antriebskräfte und Motivationen dieses wichtigen Vertreter seines Faches zu verstehen. Das zentrale Thema in Muellers Werken ist die Einheit von Mensch und Natur, die er in zahlreichen Aktdarstellungen in Landschaften auszudrücken versucht. In diesen Bildern stellt Mueller immer wieder Szenen aus dem Leben der Zigeuner dar.
Die Beschäftigung mit dieser gesellschaftlichen Randgruppe brachte ihm bereits zu Lebzeiten viel Häme und Kritik ein. Als Reflex darauf ist seine Kritik und der Verlust des Urvertrauens in den Menschen zu sehen: „Traue den Menschen nicht ... . Roh und herzlos sind sie alle.“ Ein Vertrauen, daß er zumindest bei seiner Geburt noch besessen haben dürfte.
Liebau und der Beginn eines bewegten Lebens Die zahlreichen Lebensstationen Otto Muellers führen ihn nach seiner Geburt am 16. Oktober 1874 in Liebau (heute: Lubawka/Polen) als Sohn eines ehemaligen Offiziers und Steuerbeamten zunächst nach Görlitz/Sachsen, wo er zunächst eine Lithographenlehre beginnt.
Hier wurde sein künstlerisches Talent erkannt, so dass schließlich auch der Vater einwilligte, ihn Kunst studieren zu lassen. Ab 1894 besuchte Mueller dann die Kunstakademie in Dresden.
Nach Reisen durch die Schweiz und Italien mit dem berühmten Dramatiker Gerhart Hauptmann hält er sich 1898 zu Studienzwecken in München auf.
Ein Empfehlungsschreiben Gerhart Hauptmanns an Franz von Stuck führt jedoch aufgrund der Überfüllung der Münchner Akademie nicht zum erhofften Erfolg. So beschließt Otto Mueller auf eine akademische Ausbildung zu verzichten und sich ganz seinem autodidaktischen Studium zu widmen.
Nach seiner Rückkehr im Herbst 1899 nach Dresden, lernt er seine spätere Ehefrau Maria Mayerhofer, genannt Maschka, kennen. Sie soll für sein Leben und sein Werk eine zentrale Rolle erlangen. >> weiter |
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| Otto Muellers Bild mit dem Titel "Landschaft mit Badenden" aus dem Jahr 1915. (Foto: Wikimedia Commons) |
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| Otto Muellers Bild mit dem Titel "Zwei Mädchen im Grünen" aus den Jahren 1920-25. (Foto: Wikimedia Commons) |
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